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Die Perserreiche
19.08.2012, 22:38
Beitrag: #61
Die Parther von Carrhae bis zum Ende der Dynastie:
(15.08.2012 13:19)WDPG schrieb:  Um 54 und 53 v Chr. fiel Crassus ins Reich der Parther, doch sein 2. Feldzug endete mit der verheerenden Niederlage bei Crrhae. Crassus kostete diese Niederlage sein leben.
Bereits 10 Jahre zuvor hatte der alte Erzfeind das Seleukidenreich sein Ende gefunden.

Fortsetzung folgt......................

Eine andere bekannte römische Persönlichkeit die einen Partherfeldzug führte und dabei scheiterte war Marcus Antionius. Er kam aber glimpflicher davon als Crassus (der ja beim Partherfeldzug starb). Zuvor waren die Parther in Gebiete des Römischen Reichs eingefallen.

Kaiser Augustus handelte mit den Parthern einen Friedensvertrag aus. Der Euphrat wurde als Grenze zwischen den beiden Reichen angesehen.

Unter dem römischen Kaiser Claudius zeichneten sich erneut Konflikte zwischen den Parthern und den Römern um Armenien ab. Zum Krieg kam es dann unter Kaiser Nero, danach wurde ein erneuter Friedensvertrag ausgehandelt.

Erfolgreich gegen die Parther kämpfte Kaiser Trajan. Trajan drang tief in das Gebiet der Parther ein, es gelang ihm sogar die Hauptstadt Ktesiphon einzunehmen. Doch sein Nachfolger Kaiser Hadrian verzichtete auf die von Trajan eroberten Gebiete. Den damaligen Herrscher der Parther Osroes I plagten aber nicht nur die Römer sondern auch ein Konkurrent um die Macht Vologaeses III der schlussendlich auch die Macht im Partherreich übernahm.

Unter Vologaeses III drangen Namadenvölker aus dem Norden ins Reich ein, diese zogen sich aber wieder zurück. Mit den Römern gab es in der Folgezeit keine größeren Konflikte, es gab eine Friedesperiode zwischen beiden Reichen. In dieser Zeit Blühte der Handel über die Seidenstraße von dem beide Reiche Profitierten.

Um 155 kam es erneut zu Konflikten um Armenien. Bei diesen unternahmen die Parther einige Feldzüge in römisches Gebiet. Die Römer starteten jedoch eine Erfolgreiche Gegenoffensive und namen schließlich Ktesiphon (Jahr 165). Die Parther unter Vologaeses IV mussten nun wieder einige Gebiete an die Römer abtreten. Unter Vologaeses V auf der parthischen Seite und Septimus Severus auf der Römischen kam es erneut zu Konflikten. Auch bei diesen Kampfhandlungen gelang es den Römern Ktesiphon einzunehmen. Die Pest und auch die Kriege gegen die Römer machten den Parthern anscheinend schwer zu schaffen.

Doch noch einmal gelang den Parthern ein Erfolg. Der Römsiche Kaiser Caracalla führte gegen sie Krieg. Caracalla dürfte beabsichtigt haben, als neuer Alexander das Partherreich zu erobern. Er drang tief ins Reich ein, das ohnehin durch Thronkämpfe geschwächt war. Als der Winter anbrach zog sich Caracalla nach Edessa zurück, doch dort wurde er ermordet. Caracalla war im Heer sehr beliebt, was man von seinem Nachfolger Macrinus nicht behaupt kann. Außerdem war Macrinus millitärisch unerfahren. Aus diesem Grund bot er den Parthern Frieden an. Diese sahen das Angebot als Beweis für die Schwäche ihres Gegners an und stellten hohe Forderungen. Aus diesem Grund kam es erneut zu einer Schlacht, bei der die Römer hohe Verluste erlitten. Nun kam es erneut zu Verhandlungen. Die Römer mussten hohe Zahlungen an die Parther leisten und Armenien fiel unter die Kontrolle der Parther.

Den letzten Konflikt zwischen den Parthern und den Römern gewannen also die Parther.

Doch nun hatten die Parther unter König Artabanos IV einen Kampf gegen eine Rebellion im eigenen Land zu bestehen. Anführer dieser Rebellion war der Sassanide Ardaschir. Ardaschir gelang es den Partherkönig Artabanos IV zu besiegen und zu töten. Damit war der Weg frei für eine neue Herrscherdynastie auf dem Persischen Thron, für die Sassaniden.

Fortsetzung folgt.................
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20.08.2012, 10:33
Beitrag: #62
Das Sassanidenreich unter Ardaschir I und Shapur I:
(19.08.2012 22:38)WDPG schrieb:  Doch nun hatten die Parther unter König Artabanos IV einen Kampf gegen eine Rebellion im eigenen Land zu bestehen. Anführer dieser Rebellion war der Sassanide Ardaschir. Ardaschir gelang es den Partherkönig Artabanos IV zu besiegen und zu töten. Damit war der Weg frei für eine neue Herrscherdynastie auf dem Persischen Thron, für die Sassaniden.

Fortsetzung folgt.................

Nachdem Ardaschir I aus dem Haus der Sassaniden, die Arsakiden gestürzt hatte wurde er selbst zum Herrscher über Persien. In den ersten Jahren seiner Herrschaft erweiterte er das Reich um die (heute) iranischen Provinzen Khorasan, Sistan und Gorgan nach Osten hin. Außerdem bekämpfte er Vologaeses VI, einen Konkurrenten seines Vorgängers der in Ktesiphon residierte. Ardaschir I gelang es die Stadt, sowie Mesopotamien einzunehmen. Zwischen 230-232 kam es zur ersten Auseinandersetzung zwischen dem neuen Sassanidenreich und dem Römischen Reich unter Kaiser Severus Alexander. Die Kämpfe zwischen den beiden Reichen gingen unentschieden aus. Aber dann wurde Severus Alexander ermordet. Das nutzte der Sassanidenkönig aus um einige Gebiete zu erobern, darunter auch die bedeutende Stadt Nisibis. Auch das strategisch bedeutende Fürstentum Hatra das mit Rom verbündet war konnte man einnehmen.

Unter Kaiser Gordian III gelang es dem Feldherren Timesitheus Nisibis zurückzuerobern. Nach dem plötzlichem Tod von Timesitheus übernahm Julius Philippus das Komando über die Truppen. Unter direktem Kommando von Kaiser Gordian III kam es zur Schlacht von Mesiche. In dieser Unterlagen die Römer den Truppen der Sassaniden unter dem Oberkomando von Schapur I, dem Sohn und Nachfolger des ersten Sassanidenherrschers Ardaschir I.
Die verlorene Schlacht dürfte es gewesen sein die Gordian III das Leben gekostet haben, kurz nach der Schlacht wurde der Kaiser ermordet. Nachfolger wurde Julius Philippus, der als Philippus Arabs über das Römerreich herrschte.

Philippus Arabs erkaufte sich den Frieden mit dem Sassanidenreich teuer, er trat Armeniden an die Sassaniden ab. Doch kurze Zeit später kam es erneut zu Kämpfen. Die Sassaniden fielen in Römsiche Gebiete ein. Den Römer gelang es vorerst die Truppen Schapurs I zurückzuschlagen. Eine Gegenoffensive erfolgte unter Kaiser Valerian I. In einer Schlacht gelang es den Sassaniden aber die Römer zu schlagen und Kaiser Valerian I in Gefangenschaft zu nehmen. Für die Römer war das ein Tiefpunkt in ihrer Geschichte.
Aber nicht nur gegen die Römer war Schapur I erfolgreich, auch im Osten gelangen ihm Erfolge. Baktrien und Kushan fügte er seinem Reich hinzu. Doch nicht nur Militär- und Außenpolitisch erreichte Schapur I erfolge auch seine Innenpolitik war erfolgreich. Er gründete mehrere Städte und lies auch Bewässerungsanlagen erbauen. Eine Gefahr die auch Schapur I nicht dauerhaft Herr werden konnte waren die Völker die vom Norden und Osten aus das Reich bedrohten. Es handelte sich dabei unter anderem um Saken, Weiße Hunnen und Türken.

Fortsetzung folgt..................
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20.08.2012, 10:37
Beitrag: #63
RE: Die Perserreiche
Ich denke es ist der richtige Zeitpunkt in der Serie um folgende Frage, die ich bereits im G/Geschichteforum gestellt habe nochmal zu stellen:

-Die Sassaniden waren für Rom eine wesentlich größere Bedrohung, als ihre Vorgänger die Parther. Was waren die Gründe dafür?
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20.08.2012, 15:10
Beitrag: #64
RE: Die Perserreiche
Auch hier wieder würde ich an mehrere Punkte denken:

- Als die großen Schlachten zwischen Sassaniden und Römern stattfanden, waren letztere gerade in einer tiefen innen- und außenpolitischen Krise, oft sehr ungenau als "Zeit der Soldatenkaiser" bezeichnet.
- Es gibt einfach Staatssysteme, die effektiver sind als andere. Manche Dynastien machen aus blühenden Regionen einen am Boden liegenden verfallenden Staat, andere unfruchtbare Gegenden zu Sitzen von Weltreichen (Islam). Sicherlich gehörten weder Parther noch die Sassaniden zu einem dieser Extreme, aber die Parther hatten vielleicht ein effektiveres Reich.
- Sie hatten vielleicht sehr fähige Herrscher.

Den vierten Punkt habe ich leider vergessen. BlushConfused

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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20.08.2012, 21:16
Beitrag: #65
RE: Die Perserreiche
(20.08.2012 15:10)Maxdorfer schrieb:  Den vierten Punkt habe ich leider vergessen. BlushConfused

Vielleicht, das die Sasssaniden im Gegensatz zu den beiden Vorgängerdynastien (Parther und Seleukiden) persischer Herkunft waren. Sie sahen sich meineswissens in der Nachfolge der Achämenidendynastie, stellten entsprechende Gebietsansprüche und agierten daher agressiver, gegenüber den Römern.
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20.08.2012, 22:22
Beitrag: #66
RE: Die Perserreiche
(20.08.2012 21:16)WDPG schrieb:  
(20.08.2012 15:10)Maxdorfer schrieb:  Den vierten Punkt habe ich leider vergessen. BlushConfused

Vielleicht, das die Sasssaniden im Gegensatz zu den beiden Vorgängerdynastien (Parther und Seleukiden) persischer Herkunft waren. Sie sahen sich meineswissens in der Nachfolge der Achämenidendynastie, stellten entsprechende Gebietsansprüche und agierten daher agressiver, gegenüber den Römern.

Das stimmt. Die Sassaniden sahen sich in der Nachfolge der Achämeniden.

"Geschichte erleuchtet den Verstand, veredelt das Herz, spornt den Willen und lenkt ihn auf höhere Ziele." Cicero
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23.08.2012, 23:43
Beitrag: #67
Das Sassanidenreich von Hormizd I bis Peroz I:
(20.08.2012 10:33)WDPG schrieb:  Aber nicht nur gegen die Römer war Schapur I erfolgreich, auch im Osten gelangen ihm Erfolge. Baktrien und Kushan fügte er seinem Reich hinzu. Doch nicht nur Militär- und Außenpolitisch erreichte Schapur I erfolge auch seine Innenpolitik war erfolgreich. Er gründete mehrere Städte und lies auch Bewässerungsanlagen erbauen. Eine Gefahr die auch Schapur I nicht dauerhaft Herr werden konnte waren die Völker die vom Norden und Osten aus das Reich bedrohten. Es handelte sich dabei unter anderem um Saken, Weiße Hunnen und Türken.

Fortsetzung folgt..................

Auf Schapur I folgte sein drittältester Sohn Hormizd I der davor König von Armenien gewesen ist. Er herrschte aber nur ein Jahr lang, ihm Folgt Bahram I. Unter dessen Nachfolger Bahram II kam es wieder zum Krieg mit Rom. Kaiser Carus gelang es Tief ins Neupersische Reich der Sassaniden einzudringen und sogar die Hauptstadt Ktesiphon einzunehmen. Vorstöße weiter in den Osten standen anscheinend im Raum, aber Kaiser Carus Ableben verhinderte diese. Nach Bahram II kam es im Sassanidenreich zu Thronstreitigkeiten. So konnte es geschehen das Bahram III nur einige Monate herrschte. Sein Nachfolger wurde Narseh.

Unter Narseh (293-302) kam es erneut zum Krieg gegen Rom. Nach Anfangserfolgen wurden die Sassaniden von den Römern bei der Schlacht bei Satala geschlagen und mussten Frieden schließen. Die Sassaniden mussten 5 Provinzen an die Römer abtreten. Über Armenien sowie über Iberien (georgisches Königreich) erhielten nun die Römer die Kontrolle, auch die Stadt Nisibis fiel an Rom.

Nachfolger von Narseh war Hormizd II. Wesentlich bedeutender als dieser war jedoch sein Nachfolger, Schapur II. Nach dem Tod von Hormizd II beseitigte der Adel von Persien sämtliche Nachfolgekandidaten und Krönten den noch nicht einmal geborenen Schapur II zum König. Angeblich wurde bei der Krönung der Mutter auf den Bauch gelegt. Wenn diese Geschichte stimmt ist Schapur II wohl der erste und einzige König, der gekrönt wurde, obwohl er noch nicht einmal auf der Welt war. Die Regentschaft für ihm übernahmen bis er 16 war seine Mutter, ihr neuer Mann und die Adeligen Persiens.

Als Herrscher ging Schapur II (309-379) erfolgreich gegen Arabische Stämme vor, die in das Sassanidenreich eingefallen waren. Doch den längsten Krieg seines Lebens führte Schapur II gegen Rom. Schapur II eroberte zunächst Armenien zurück und versuchte dann Mesopotamien zurückzuerobern. Lange Zeit gingen die Kämpfe unentschieden aus, doch dann musste Schapur II seine offensive unterbrechen, als um 350 Nomaden in sein Reich einfielen. Rom und die Sassaniden traten in Verhandlungen ein, allerdings waren diese ergebnislos, die Kampfhandlungen gingen weiter. Kaiser Julian leitete gegen die Sassaniden einen großangelegten Feldzug, bei dem die Römer bis vor Ktesiphon vorstießen. Die erste Schlacht zwischen Schapur II und Kaiser Julians Truppen verlief für die Römer erfolgreich, brachte aber keine Entscheidung. Doch bei einer weiteren Schlacht starb Kaiser Julian (er wurde von einem Speer getroffen). Zu seinem Nachfolger wurde Jovian gewählt. Er sah sich gezwungen mit den Sassaniden Frieden zu schließen. Rom musste Nisibis wieder an die Sassaniden zurückgeben, genauso wie die Stadt Singara.
Im Fall eines Angriffs auf Armenien von Seite der Sassaniden durfte Rom Armenien nicht zu Hilfe kommen. Anders ausgedrückt, Armenien fiel nun wieder unter sassanidischen Einfluss.

Unter Schapur II erlebte das Sassanidenreich eine Blütezeit. In der Folgezeit kam es immer wieder zu neuen Auseinandersetzung um Armenien. Noch etwas sollte nicht unerwähnt bleiben: Rom sah in den Sassaniden nicht irgendwelche Halbbabaren, sondern eine zivilisierte ebenbürtige Macht. Auch Handel gab es zwischen den beiden Reichen, was man wenn man die Anzahl der Kriege betrachtet kaum glauben kann.

420-422 gab es wieder Krieg mit den Römer, genauer gesagt mit den Oströmern die nun den Krieg mit den Sassaniden weiterführten. Bahram V war in dieser Zeit Herrscher des Sassanidenreichs, er erhielt nach dem Krieg mit den Oströmern von diesen Triputzahlungen. Kämpfe mit Ostrom (440-442) und Kämpfe gegen die Weissen Hunnen gehörten zu den wichtigsten Ereignissen in der Regierungszeit von Yazdegerd II, dem Nachfolger von König Bahram V.

Nach Yazdegerd II kam es zu Kämpfen um den Thron. In diesen setzte sich Peroz I durch. In dieser Zeit erlebte das Sassanidenreich eine schwere Krise. Hunger und Dürrekatastrophen machten ihm zu schaffen. Mit Ostrom konnte man zwar Frieden halten aber dafür machten die weissen Hunnen (Hephthaliten) machten dem Reich zu schaffen. Ein Feldzug gegen diese scheiterte und Peroz I musste sich den Frieden teuer erkaufen. Bei einem erneuten Feldzug im Jahr 484 geriet die Armee von Peroz I in eine Falle. Peroz I und viele seiner Verwandten starben. Die Krise des Sassanidenreichs war offensichtlich geworden.

Fortsetzung folgt……………
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27.08.2012, 18:15
Beitrag: #68
Die Sassaniden von Balsch bis Chosrau II:
Nachfolger von Peroz I war sein Bruder Balsch. Balsch gelang es mit den Hephthaliten Frieden zu schließen. Die hohen Zahlungen die die Sassaniden laut diesem Frieden an die Hephthaliten zu zahlen hatten schwächten die Finanzen des Staats extrem. Das veranlasste die Sassaniden zu einem Schritt der ihnen sicher nicht leicht gefallen ist, sie ersuchten den oströmischen Kaiser um Hilfe (ob nun finanzielle oder mit einem Heer damit man gegen die bedrohlichen Völker ziehen konnte ist mir nicht bekannt). Doch diese Hilfe vom Erzfeind wurde dem Sassanidenreich verweigert. Zumindest gelang es Balsch, das zwischen den beiden Reichen Frieden herrschte. Nach nur 4 Jahren an der Regierung wurde Balsch gestürzt.

Nun kam Kavadh I, der Sohn von Peroz I mit Unterstützung der Hephthaliten auf den Thron. Etwas was in dieser Zeit auffällt ist die große Macht des Adels im Reich der Sassaniden. Diese wurde so manchem Sassanidenherrscher zum Verhängnis. Unter Kavadh I kam es erneut zum Krieg gegen Ostrom, in diesem spielte der oströmische Feldherr Belisar eine wichtige Rolle.

Eine neue Blütezeit erreichte das "Neupersische Reich der Sassaniden" unter Chosrau I. Ihm gelang es das Reich stärker zu zentralisieren und einen Adel zu schaffen, den der König unter Kontrolle hatte und nicht umgekehrt. Auch andere Reformen fruchteten.
Unter Chosrau I wurde mit Ostrom wieder frieden geschlossen. Im sogenannten "Ewigen Frieden" verpflichteten sich die Oströmer zu hohen Zahlungen an die Sassaniden. Etwas was wohl auch förderlich war um die Finanzielle Kriese des Reichs zu beenden. Für Justinian brachte der "Ewige Frieden" den Vorteil das er sich im Westen seiner "Wiederherstellung Roms" widmen konnte.

Ewig hielt dieser "Ewige Frieden" jedoch nicht, es kam nach nur 8 Jahren erneut zu Kämpfen zwischen Ostrom und den Sassaniden. Diese Kämpfe endeten mit einem Frieden der auf 50 Jahre geschlossen wurde (selbst dauerten die Kämpfe etwas mehr als 20 Jahre). Justinian verpflichtete sich erneut zu hohen Zahlungen. Diese Zahlungen waren wohl auch mit daran schuld daran dass, das Oströmische Reich sich nach Justinian in einer Krise befand, eine die es an den Rand des Untergangs brachte.

Ein weiterer Vorteil den Chosrau I hatte war das der Druck der Hephthaliten nach lies. Ein wichtiger Grund dafür war ein Bündnis das der Sassandienherrscher mit den Göktürken geschlossen hatte. In der Schlacht bei Buchara gelang es diesem Bündnis die Hephthaliten (weiße Hunnen) vernichtend zu schlagen. Danach existierten diese zwar noch, erreichten aber nie mehr die Macht von einst.

Ein weiterer Verdienst den man Chosrau I anrechnen muss ist das er sein Reich zu einer kulturellen Hochblüte getrieben hat. Kultur, Wissenschaft aber auch die Wirtschaft blühten im Sassanidenreich auf.
Wirtschaftlich waren vor allem die Handelsverbindungen über die Seidenstraße und über die Weihrauchstraße von hoher Bedeutung.

Chosrau I herrschte von 531-579 über das Reich der Sassaniden. Sein Nachfolger Hormizd IV (579-590) erbte von seinem Vater den Krieg mit Ostrom, da der Frieden keine 50 Jahre gehalten hatte sondern schon 10 Jahre nach dem Friedensschluss unter dem oströmischen Kaiser Justin II wieder losging. Die Sassaniden waren dabei Anfangs erfolgreich, doch dann gelang es Ostrom sie stark in Bedrängnis zu bringen. Chosrau I startete Friedensverhandlungen, doch sein Nachfolger Hormizd IV brach diese ab.
Insgesamt muss man sagen machte sich Hormizd IV schnell unbeliebt vor allem beim Adel. Das führte zu seinem Sturz.

Nachfolger von Hormizd IV wurde sein Sohn Chosrau II, doch kurz nach seiner Krönung wurde er wiederum vom Heerführer Bahram Chobin gestürzt. Doch Chosrau II gelang es erneut auf den Thron zu kommen und zwar mit Hilfe des oströmischen Kaisers Maurikios. Nun kam es wieder zum Frieden zwischen Ostrom und den Sassaniden. Dieser Endete nachdem Maurikios gestürtzt worden war. Chosrau II nahm Rache für den Sturz von Kaiser Maurikios als Vorwand um ins oströmische Reich einzufallen.

Dieses litt unter Kaiser Phokas unter einer tiefe Krise. In der Folgezeit gelang es den Truppen der Sassaniden tief ins Oströmische Reich einzudringen und sogar Konstantinopel zu Belagern (zusammen mit Awaren und Slawen).

Fortsetzung folgt.............
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27.08.2012, 18:18
Beitrag: #69
RE: Die Sassaniden von Balsch bis Chosrau II:
(27.08.2012 18:15)WDPG schrieb:  Dieses litt unter Kaiser Phokas unter einer tiefe Krise. In der Folgezeit gelang es den Truppen der Sassaniden tief ins Oströmische Reich einzudringen und sogar Konstantinopel zu Belagern (zusammen mit Awaren und Slawen).

Fortsetzung folgt.............

Nun mal wieder ein paar Fragen:

Byzanz stand Anfang des 7. Jahrhunderts knapp vor dem Untergang, wenn es untergegangen wäre, wie wäre es (eurer Meinung nach) aufgeteilt worden? Welche Teile wäre an das Neupersische Reich der Sassaniden gefallen und wer hätte Konstantinopel erhalten (Awaren, Slawen, Sassaniden oder ein Marionettenkaiser?).

Zugegeben: Ist etwas Raum zum Spekulieren.
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27.08.2012, 18:38
Beitrag: #70
RE: Die Sassaniden von Balsch bis Chosrau II:
(27.08.2012 18:18)WDPG schrieb:  
(27.08.2012 18:15)WDPG schrieb:  Dieses litt unter Kaiser Phokas unter einer tiefe Krise. In der Folgezeit gelang es den Truppen der Sassaniden tief ins Oströmische Reich einzudringen und sogar Konstantinopel zu Belagern (zusammen mit Awaren und Slawen).

Fortsetzung folgt.............

Nun mal wieder ein paar Fragen:

Byzanz stand Anfang des 7. Jahrhunderts knapp vor dem Untergang, wenn es untergegangen wäre, wie wäre es (eurer Meinung nach) aufgeteilt worden? Welche Teile wäre an das Neupersische Reich der Sassaniden gefallen und wer hätte Konstantinopel erhalten (Awaren, Slawen, Sassaniden oder ein Marionettenkaiser?).

Zugegeben: Ist etwas Raum zum Spekulieren.

Stimmt, das ist sehr schwierig zu beantworten.
Doch gleich zu Beginn erst einmal eine Karte von Byzanz im Jahr 717:


[Bild: Byzantium717AD.png]
Vom Wikipedia-User Bigdaddy1204: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:B...m717AD.png


(Die Karte ist von ein bisschen später, man muss sich ein paar Gebiete dazu denken, aber für das 7. Jahrhundert gibt es nichts.


Also Kleinasien wäre wohl ziemlich wahrscheinlich zu großen Teilen an die Sassaniden gefallen. Die Besitzungen weiter entfernt in Italien oder Griechenland hätte man wegen des massiven Bedeutungsverlust auch aufgeben müssen, sie wären an die dortigen Machthaber (Papst, Langobarden o. Ä.) gefallen.

Die Frage an wen Konstantinopel gefallen wäre ist die schwierigste. Sie lag zwar strategisch an einer wichtigen Stelle (daher auch die Gründung durch Kaiser Konstantin I. 400 Jahre zuvor), aber deshalb lag sie auch in der Interessensphäre vieler verschiedener Reiche. Ich persönlich vermute, es wäre ein Marionettenreich mit einem machtlosen Kaiser geworden. Aber es hätte sich wohl nicht halten können und wäre schlussendlich an eine der Mächte gefallen.
Aber diese letztere Meinung kann ich weder belegen noch verteidigen.

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30.08.2012, 20:05
Beitrag: #71
RE: Die Sassaniden von Balsch bis Chosrau II:
(27.08.2012 18:38)Maxdorfer schrieb:  Also Kleinasien wäre wohl ziemlich wahrscheinlich zu großen Teilen an die Sassaniden gefallen. Die Besitzungen weiter entfernt in Italien oder Griechenland hätte man wegen des massiven Bedeutungsverlust auch aufgeben müssen, sie wären an die dortigen Machthaber (Papst, Langobarden o. Ä.) gefallen.

Die Frage an wen Konstantinopel gefallen wäre ist die schwierigste. Sie lag zwar strategisch an einer wichtigen Stelle (daher auch die Gründung durch Kaiser Konstantin I. 400 Jahre zuvor), aber deshalb lag sie auch in der Interessensphäre vieler verschiedener Reiche. Ich persönlich vermute, es wäre ein Marionettenreich mit einem machtlosen Kaiser geworden. Aber es hätte sich wohl nicht halten können und wäre schlussendlich an eine der Mächte gefallen.
Aber diese letztere Meinung kann ich weder belegen noch verteidigen.

Danke für das Einfügen der Karte. Bei Kleinasien hast du sicherlich recht, die Sassaniden sahen sich als Nachfolger der Achämeniden und diese besaßen nun auch einmal den Großteil Kleinasiens. Der Balkan und wohl auch Griechenland wären wohl an die Slawen gefallen, Ägypten dem Sassanidenreich geblieben.

Nun zu den schwereren Fragen: Was wäre aus Konstantinopel geworden, ein Marionettenkaiser, wäre eine riskante Sache. Erstens hätte dieser wohl schnell versucht sich gegen die Sassaniden, Awaren und Slawen zu stellen (mit einer schwer einnehmbaren Stadt) und zweitens wäre die Frage "wessen Marionette überhaupt" zu stellen.
Vielleicht wäre ein Awarischer Kaiser denkbar? Vielleicht auch ein Schleifung der Stadtmauern damit die Sassaniden hier einen Stützpunkt errichten können hätten? Echt schwer zu sagen.

Auch eine interessante Frage ist die nach den Restgebieten. Da wäre einmal das Gebiet in Italien, dieses hätte wohl nicht lange gegen andere Mächte bestehen können. Dann noch die Inseln und schließlich auch noch Karthago. Gerade Karthago würde ich nicht unterschätzen, von hier aus leitete Kaiser Heraklaios den Sturz von Kaiser Phokas ein und Heraklaios überlegte sogar die Hauptstat nach Karthago zu verlegen um eine Gegenoffensive starten zu können. Also ein wohl nicht so leicht zu erobernde Stadt. Wobei ich vermute das die Überlegung von Heraklaios eher zum Wachrütteln einiger Ressourcen gedient hat, als dazu konkret umgesetzt zu werden. Vielleicht hätte es ein Ort für ein Byzantinisches Exil sein können, ähnlich Nikea 600 Jahre später?
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30.08.2012, 20:13
Beitrag: #72
RE: Die Perserreiche
Das ist eine andere Ansicht. Ich kenne mich leider wirklich zu wenig aus, um zu argumentieren, was nu wahrscheinlicher ist. Aber deine Annahme ist auch nicht schlecht.

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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30.08.2012, 20:28
Beitrag: #73
RE: Die Perserreiche
(30.08.2012 20:13)Maxdorfer schrieb:  Das ist eine andere Ansicht. Ich kenne mich leider wirklich zu wenig aus, um zu argumentieren, was nu wahrscheinlicher ist. Aber deine Annahme ist auch nicht schlecht.

Mich wundert es eigentlich das die Sassaniden, die ja Konstantinopel nicht alleine sondern mit Awaren und Slawen gemeinsam belagert haben, nicht irgendeine Art Vertrag für später geschlossen haben - zumidest ist mir keiner bekannt. Denn die eine Seite müsste ja der anderen auch Misstraut haben, aber es kam scheinbar öfter in der Geschichte vor, das ein gemeinsamer Feind reicht um sich zu verbünden.
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30.08.2012, 21:42
Beitrag: #74
RE: Die Sassaniden von Balsch bis Chosrau II:
(30.08.2012 20:05)WDPG schrieb:  Vielleicht hätte es ein Ort für ein Byzantinisches Exil sein können, ähnlich Nikea 600 Jahre später?

Halte ich schon für möglich. Wäre auch nicht das erste Mal gewesen, dass der (Marionetten-)Kaiser in Konstantinopel von einem Teilgebiet des Reiches aus gestürzt worden wäre. Eine Widerstandsbewegung gegen den unter sassanidischer oder awarisch-slawischer Herrschaft stehenden Kaiser, unter einem fähigen Offizier, das wäre m.E. wahrscheinlich gewesen und hätte angesichts der Zertrittenheit unter den Verbündeten wohl auch Erfolg gehabt.
Aber wie auch beim Lateinischen Kaiserreich wäre das Byzantinische Reich auch nach einer Wiederherstellung derart geschwächt gewesen, dass das endgültige Ende wahrscheinlich schon eher gekommen wäre als 1453.

VG
Christian
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30.08.2012, 22:39
Beitrag: #75
RE: Die Sassaniden von Balsch bis Chosrau II:
(30.08.2012 21:42)913Chris schrieb:  Halte ich schon für möglich. Wäre auch nicht das erste Mal gewesen, dass der (Marionetten-)Kaiser in Konstantinopel von einem Teilgebiet des ...............wohl auch Erfolg gehabt.
Aber wie auch beim Lateinischen Kaiserreich wäre das Byzantinische Reich auch nach einer Wiederherstellung derart geschwächt gewesen, dass das endgültige Ende wahrscheinlich schon eher gekommen wäre als 1453.

Stimmt hätte leicht so sein können. Interessante Überlegung.
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31.08.2012, 22:06
Beitrag: #76
Byzanz vs. Sassanidenreich:
(27.08.2012 18:15)WDPG schrieb:  Dieses litt unter Kaiser Phokas unter einer tiefe Krise. In der Folgezeit gelang es den Truppen der Sassaniden tief ins Oströmische Reich einzudringen und sogar Konstantinopel zu Belagern (zusammen mit Awaren und Slawen).

Fortsetzung folgt.............

Die Lage Ostroms war ziemlich kritisch. Doch schlussendlich gelangte ein neuer Kaiser auf den Thron Ostroms - Kaiser Heraklaios. Er machte den Kampf gegen die Sassaniden zu einer Art Kreuzzug an dessen Spitze er sich persönlich setzte und begann damit das Reich umzuorganisieren (es ist aber umstritten ob Heraklaios oder seine Nachfolger die sogenannte Themenordnung schufen). Seine Maßnamen waren erfolgreich, es gelang ihm tief in das Reich der Sassaniden einzudringen, was wiederum dazu führte das der Großkönig (Chosrau II) der Sassaniden gestürzt wurde. Es kam zum Frieden zwischen den beiden Reichen.

Bei den Sassaniden brachen danach Streitigkeiten um die Macht aus. Die Machthaber wechselten ständig. Nach einiger Zeit der Machtstreitigkeiten kam Yazdegerds III an die Macht. Er versuchte das vom Bürgerkrieg gebeutelte Reich wieder stark zu machen. Doch in dieser Zeit gab es eine "neue Macht" im Orient. Die Expansion des Islamischen Großreichs begann. Ostrom (Byzanz) verlor Nordafrika (samt Karthago und Ägypten), Syrien und Teile Anatoliens an das aufstrebende Großreich.
Das Sassanidenreich erlitt schlussendlich eine vernichtende Niederlage und auch letzte Widerstandsversuche scheiterten.

Persien war ein Teil des Islamischen Großreichs geworden.
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01.09.2012, 11:03
Beitrag: #77
Genauere Ausführungen zum Ende der Sassaniden:
(31.08.2012 22:06)WDPG schrieb:  Bei den Sassaniden brachen danach Streitigkeiten um die Macht aus. Die Machthaber wechselten ständig. Nach einiger Zeit der Machtstreitigkeiten kam Yazdegerds III an die Macht. Er versuchte das vom Bürgerkrieg gebeutelte Reich wieder stark zu machen. Doch in dieser Zeit gab es eine "neue Macht" im Orient. Die Expansion des Islamischen Großreichs begann. Ostrom (Byzanz) verlor Nordafrika (samt Karthago und Ägypten), Syrien und Teile Anatoliens an das aufstrebende Großreich.
Das Sassanidenreich erlitt schlussendlich eine vernichtende Niederlage und auch letzte Widerstandsversuche scheiterten.

Persien war ein Teil des Islamischen Großreichs geworden.

Nun möchte ich mal auf die Lage zwischen der Absetzung Chosraus II und der Eroberung durch das islamische Großreich genauer eingehen.

Nachdem der byzantinische Kaiser Heraklaios tief in das Gebiet des Sassanidenreichs eingedrungen war und die Sassaniden bei der Schlacht bei Ninive entscheidend geschlagen hatte, gelang es ihm Dastagrid die Residenz des Großkönigs einzunehmen. Großkönig Chosrau II floh nach Ktesiphon. Diese Stadt war die Hauptstadt des Sassanidenreichs. Dort wurde Chosrau bei einer Soldatenrevolte von seinem Sohn Siroe abgesetzt, gefangen genommen und schließlich ermordet. Chosrau II wollte ursprünglich einen Sohn aus zweiter Ehe Siroe bevorzugen.

Siroe nahm den Namen Kavadh II an und lies sich zum Großkönig von Persien krönen. Er nahm mit Kaiser Heraklaios Friedensverhandlungen auf. Die Sassaniden mussten das Kreuz Christi (das bei der Eroberung von Jerusalem in die Hände der Sassaniden gelangt war) und alle eroberten Gebiete an das Byzantinische Reich zurückgeben.
Den Sohn den Chosrau II ursprünglich bevorzugt hatte wurde ermordet. Doch Siroe (Kavadh II) hielt sich nicht lange. Er starb schon nach wenigen Monaten an der Regierung. Zur Todesursache kenne ich mehrere Angaben, es könnte sein, dass Gift im Spiel war.

Auf Siroe folgte sein minderjähriger Sohn Ardaschir III. Die Lage im Reich der Sassaniden war alles andere als einfach zu meistern. Neben dem verlorenen Krieg gegen Byzanz machte nun auch noch andere Faktoren dem Reich zu schaffen. Einerseits die Pest und andererseits die enorme Stärkung lokaler Machthaber, die das Reich immer mehr zerfallen lies.
Ardaschir III hielt sich nicht lange, er wurde von Shahrbaraz gestürtzt.

Shahrbaraz hatte als Feldherr im Krieg gegen Byzanz eine wichtige Rolle gespielt. Er war es der Damaskus und Jerusalem eroberte. Shahrbaraz spielte wurde von Heraklaios unterstützt. Im Gegenzug versprach er einen schnelleren Abzug von persischen Truppen. Doch Shahrbaraz hatte ein grundlegendes Problem. Er war kein Mitglied der Familie der Sassaniden. Nach kurzer Herrschaft wurde auch er ermordet. Sein Sohn Niketas diente später in der byzantinischen Armee. Er spielte bei der Schlacht am Jarmuk eine bedeutende Rolle und wurde nachdem Byzanz diese verloren hatte von den Arabern ermordet.

Eigentlich war es bei den Sassaniden nicht üblich das eine Frau den Thron bestieg (wie in weiten Teilen der Welt damals). Doch die Wirren der Zeit "erlaubte" das eine Frau auf den Thron kam, Boran von Persien. Über sie und auch über ihre Herrschaft weiß man fast nichts. Die Quellenlage für diese Zeit ist alles andere als gut. Man weiß nur das sie geherrscht hat, nicht einmal wie lange.

Auf sie folgte eine zweite Frau, Azarmedukht folgte Boran auf den Thron. Dabei handelte es sich um ihre Schwester. Auch über sie ist nicht viel bekannt, es könnte sein, dass sie gar nicht eigenständig regiert hat sondern für ein unmündiges Mitglied des Herrscherhauses. Ihre nur ein paar Monate dauernde Herrschaft beendete ein Streit mit dem Sohn eines Feldherren. Sie lies diesen, General Farrok ermorden. Sein Sohn, Rostam Farrokhzad rächte sich indem er Ktesiphon eroberte. Azarmedukht wurde geblendet (eine Strafe die uns in der Geschichte von Byzanz öfter begegnet) und kurz darauf getötet.

Rostam Farrokhazed dürfte sich nicht selbst zum Könige gemacht haben, vielleicht aufgrund der Erfahrung das man ohne aus dem Haus der Sassaniden zu kommen sich nicht halten konnte. Später kämpfte er im Heer von Yazdegerd III. Er war Oberbefehlshaber bei der Schlacht von Kadesia. Er wurde in diese Schlacht getötet, sein Heer verlor die Schlacht.

Nach Azarmedukht bestieg Hormizd V den Thron. Er dürfte ein Enkel von Großkönig Chosrau II gewesen sein. In der gleichen Zeit dürfte Chosrau IV regiert haben. Auch über diesen ist kaum etwas bekannt. Eine der wenigen Dinge die man über ihn weiß ist das er schlussendlich Hormizd V besiegt und ermordet hatte.

Erst Yazdegerd III gelang es die Zeit der Wirren zu beenden. Yazdegerd III wurde zum Hoffnungsträger für die Sassaniden. Es sah so aus als könnte es Yazdegerd III gelingen die Macht der Sassaniden wieder herzustellen.
Doch dann kam mit dem aufstrebenden Islamischen Großreich eine neue Bedrohung hinzu. Eine die für das Kriesengeschüttelte Reich, existenzbedrohend war. Kalif Omar schickte im Jahr 634 nach Ktesiphon eine Abordnung die den Großkönig der Sassaniden dazu aufforderte zum Islam über zu treten. Yazdegerd III lehnte ab. Die Araber forderten ihn auf Triput zu zahlen, doch auch das lehnte er ab. Schwer zu sagen warum, er das ablehnte. Es könnte sein das er die Gefahr unterschätzte, aber ich könnte mir auch vorstellen, dass er es sich aus innenpolitischen Gründen sich einfach nicht leisten konnte den Arabern Triput zu zahlen.
Durch die Ablehnung kam es zum Krieg zwischen den Arabern und den Sassaniden. Bei der sogenannten Schlacht an der Brücke gelang es den Sassaniden noch einmal sich zu behaupten. Doch die Entscheidung fiel in der Schlacht von Kadesia. Das Heer der Sassaniden dürfte zahlenmäßig überlegen gewesen sein. Dennoch wurde es geschlagen, der Oberbefehlshaber des Heeres getöte (siehe weiter oben). Die Niederlage hatte schwere Folgen, Mesoptamien fiel an die Araber. Yazdegerd III musste aus seine Hauptstadt fliehen. Weiter im Osten gelang es ihm ein neues Heer auf die Beine zu stellen. Bei Nehawend kam es erneut zur Schlacht zwischen den Arabern und den Sassaniden. Auch dieses mal waren die Sassaniden zahlenmäßig wieder überlegen. Dennoch auch hier verloren die Sassaniden. Yazdegerd floh abermals. Diesmal nach Chorasan. Darüber was dann passierte habe ich mehrere Versionen. Entweder wurde er von den Arabern ermordet oder vom Statthalter dieser Gegend. Auch der Rest des Sassanidenrichs fiel an die Araber.

Kurz bevor Yazdegerd III ermordet wurde, versuchte er Kontakt zu China aufzunehmen um von diesem mächtigen Reich Hilfe gegen die Araber zu bekommen, doch daraus wurde nichts.
Dem Sohn von Yazdegerd III Peroz gelang es zuerst zu den Türken und dann weiter nach China zu fliehen. Dort bekam er Exil. Angeblich versuchte er später sogar eine Rückeroberung, doch er scheiterte und blieb schlussendlich in China.
Er und sein Sohn bekleideten das Amt des Statthalters von Persien (für China). Auch die Rückeroberungsversuche des Sohnes von Peroz, der versuchte mit Hilfe der Türken das Islamische Großreich zurückzuschlagen um so wenigstens Teile des Sassanidenreichs zurückzubekommen scheitert

Fortsetzung folgt..........
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01.09.2012, 12:04
Beitrag: #78
RE: Die Perserreiche
Nun möchte ich wieder mal eine Frage zum Thema stellen (diese habe ich zugegeben im G/Geschichteforum schon einmal gestellt):

-Wie stark begünstigte der Konflikt Sassaniden gegen Byzanz den Aufstieg der Araber?

Wäre die arabische Expansion auch ohne diesen, oder im Fall eines Sieges der Sassaniden gekommen? Oder war der Konflikt zwischen den beiden Antiken Großmächten sogar entscheidend für den Aufstieg?
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01.09.2012, 15:50
Beitrag: #79
RE: Die Perserreiche
Rauhe Zeiten bei den Persern damals. Eine spannende Zeit, schön, dass du sie uns näherbringst.

Deine Diskussionsfrage ist sehr schwierig. Es ist für mich so gut wie sicher, dass der Konflikt Perser vs. Byzanz den Aufstieg des Islams begünstigt hat, aber ich weiß nicht, wie sehr, und ebensowenig, ob ein muslimisches Weltreich ohne ihn denkbar wäre.

Wäre ich Antiquar, ich würde mich nur für altes Zeug interessieren. Ich aber bin Historiker, und daher liebe ich das Leben. (Marc Bloch)
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07.09.2012, 23:49
Beitrag: #80
Persien unter den Omijaden und den Abbasiden:
Nachdem das Sassanidenreich zusammengebrochen war dauerte es noch einige Zeit bis das Islamische Großreich (Omayyadenreich) alle Gebiete Persiens unter Kontrolle brachte. Erst Ende des 7. Jahrhunderts konnte Korasan eingenommen werden, Transoxanien fiel erst mitte des 8. Jahrhunderts an die Araber. Insgesamt muss man sagen das die Gebiete des ehemaligen Sassanidenreichs unter den Omayyaden einen "Bedeutungsverlust hinnehmen mussten. Sie waren nur noch ein Teil von vielen, die beherrschende Schicht in dieser Zeit waren die Araber.

Im Jahr 747 entbrannte in Chorasan ein Aufstand gegen die Omijaden. Dieser breitete sich rasch aus. Starke Unterstützung fand er vor allem in der Bevölkerung des heutigen Irans, diese hatte zwar durchaus Einfluss auf Wirtschaft und Verwaltung waren aber im Omayyadenstaat Bürger zweiter Klasse, die hinter den Arabern zurückstanden. Der Aufstand mündete schlussendlich im Sturz des Omayyadenkalifats. An seine Stelle trat das Kalifant der Abbasiden.

Unter den Abbasiden erreichten die Perser einen sehr hohen Einfluss. Schon beim Aufstand gegen die Omayyaden war ein Perser eine der führenden Personen - Abu Muslim. Die Zeiten der Vorherrschaft der Araber waren mit den Abbasiden vorbei (auch wenn nur ein Araber Kalif werden konnte). Das Amt des Großwesirs war meistens an Perser vergeben, so stellte etwas die Familien der Barmakiden aus der Stadt Blakh über 50 Jahre die Großwesiere für die Abbasiden.

Ein weiteres Zeichen, dass die Gebiete des früheren Sassanidenreichs nun an Bedeutung gewannen war das Bagdad vom Abbasidenkalifen Al-Mansur zur Hauptstadt gemacht wurde. Bagdad lag nur wenige Kilometer von der Sassanidenhauptstadt Ktesiphon, dem ehemaligen Seleukia am Tigris entfernd.
Der Wohl berühmteste Kalif der Abbasiden war Harum-al Raschid (786 bis 809). Den kulturellen Höhepunkt erreichte Bagdad aber unter al-Mamun (813-833).

Nach al-Mamun kam sein Bruder al Mutasim (833-842) an die Macht. Er wollte den Einfluss der Perser zurückdrängen. Aus diesem Grund verlegte er seine Hauptstadt nach Samarra und baute dort eine türksiche Leibgarde auf. Die türkische Leibgarde bekam in der Folgezeit immer mehr an Einfluss, so das die Abbasidenkalifen mit der Zeit vollständig in ihren Einfluss kamen. Im Jahr 892 verlegte man die Sitz des Kalifen wieder nach Bagdad.

Der Einfluss des Kalifen schwand zunehmend. Immer mehr musste er sich auf die Rolle des religiösen Oberhauptes beschränken. Das blieb natürlich nicht ohne Folgen. In der Folgezeit zerfiel das Abbasidenkalifat zunehmend in einzelne von einander unabhängige Reiche. So auch in Persien.

Fortsetzung folgt.........
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