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Die große Gabelung
10.10.2012, 13:00
Beitrag: #15
RE: Die große Gabelung
(08.10.2012 21:37)Wallenstein schrieb:  Naja, es waren vor allem die Briten (auch die Spanier und Holländer), die ein essenzielles Bedürfnis verspürten, überall die genaue Uhrzeit kennen zu wollen.

Das waren halt Seefahrernationen, die wissen wollten, wo sie gerade sind.

Die geographische Breite kann man relativ problemlos bestimmen - Oktant, Sextant oder auch der Jakobsstab - sicher schon davon gehört.

Bei der geographischen Länge (Ost-West Position) brauchst du eine Uhr, und zwar eine, die ziemlich genau geht. Dafür schaue man auf John Harrison.

Wieder die Briten - leider nicht die Schwarzwälder.
Deren Zeit und die der Schweizer kam noch.

Das ist ganz zweifellos richtig. Daher in diesem besonderen Fall auch die Überlegenheit der Europäer.
Schon Kaiser Karl V. soll sich in seinen spärtem Jahren mit einer "Weltzeit" beschäftigt haben. Was, wie geschrieben, erst mit der elektrischen Übermittlung möglich wurde.
Aber es sind eigentlich 2 Entwicklungen, einmal der sehr genau gehende Chronometer, privat der Regulator, die "Pendule" die der deutsche Landsturmmann 1870/71 in Frankreich klaute resp. mitlaufen ließ. "Comptoiser Uhr".
Und dann natürlich die Taschenuhren.

Die Geschichte ist natürlich, wie immer etwas länger. 1800 hatte Eli Whitney von der US-Regierung den Auftrag erhalten eine Fabrik aufzubauen, die in kürzester Zeit in der Lage wäre 10.000 Gewehre zu produzieren. Whitney verstand der Legede zufolge nichts von Waffen, hatte aber eine entscheidende Idee. Die Gewehre wurden aus völlig gegeneinander austauschbaren Teilen produziert. Alle Teile einer Whitney-Muskete passten in jede beliebige andere!
Das "Amerikanische System" der maschinellen Fertigung war geboren.
Hier haben wir einen ganz entscheidenden Punkt für die "Große Gabelung"
Austauschbarkeit, im weiteren Sinn Normierung als Voraussetzung für eine industrielle Produktion
.

Was dies nun wieder mit den Uhren zu tun hat?
Nun, die ersten die diese Produktionsmethode übernahmen, waren die amerikanischen Großuhrenhersteller. Schon 1840 kam Jerome in New Haven, Connecticut auf eine Tagesproduktion von 5.000 Uhren!
Produziert für den Weltmarkt! zu erstaunlich niedrigen Preisen!

Noch ein Nachsatz des Sueben:
In den 1860er Jahren schrieb Junghans in Schramberg auf seinen Briefkopf "nach amerikanischem System" und Landenberger, (er war aus Ebingen) sein Schwiegersohn, nannte seine Fabrik "Hamburg Amerikanische Uhrenfabrik" HAU.

Hätt Adam unser Bier besessen, er hätt den Apfel nicht gegessen.
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